Gewaltfreie Kommunikation (GfK)

Was heisst das eigentlich?

Bewusste Kommunikation als Chance zur Klärung und Entwicklung


Erst der bewusste Umgang mit Konflikten führt zu einem erfüllten und friedvollen Leben. Je achtsamer ich dafür sorge, dass ich in meiner Mitte und "gesättigt" bin, desto seltener werden Situationen für mich den Charakter eines Konfliktes erhalten. Wo ich "geheilt" bin, reagiere ich gelassen, wo ich noch "hungrig" bin, heule ich auf wie ein verletzter Wolf und sehe mein Gegenüber als Bedrohung.

Bewusst kommunizieren

- Voraussetzung:

Mir Klarheit verschaffen, was in mir vorgeht, herausfinden, welche tieferliegenden Bedürfnisse in mir in Schwingung geraten bei bestimmten Auslösern (z.B. Verhaltensweisen anderer), welche Gefühle daraus entspringen und was ich in dem Moment konkret brauchen könnte, d.h. mir selber Einfühlung geben.

- Weitere Schritte:

Mitteilen, d.h. mich mit-teilen. Wie ich das tue, ist entscheidend. Wenn ich von mir spreche, die Verantwortung für meine Gefühle voll und ganz zu mir nehme, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass mein Gegenüber sich nicht angegriffen fühlt, eine Bitte statt einer Forderung hört und frei ist, mich in meinem Bemühen, für mich zu sorgen, zu unterstützen.

 

- Grundlage:

Ich gehe davon aus, dass die anderen genauso "bedürftige" Wesen sind wie ich. Je verschlossener, aggressiver oder blockierender sie sich verhalten, desto mehr erschließt sich mir, dass auch bei ihnen unbefriedigte, tieferliegende Bedürfnisse die Ursache für dieses Verhalten sind. Ich deute es nicht mehr als Angriff auf mich, sondern versuche, die Not dahinter zu sehen (anderen Einfühlung geben). Indem ich ihnen in diesem Bewusstsein zuhöre, ermuntere ich sie, sich zu öffnen, von sich zu sprechen und Verantwortung für ihre Gefühle zu übernehmen. Ich trage dadurch dazu bei, dass Entspannung eintritt und dass auch andere das bekommen, was sie brauchen und so in ein erfülltes, konfliktärmeres Leben hineinwachsen.

 

Zusammengestellt und bearbeitet von Stefan Althoff

 Der feine Unterschied

Ich ärgere mich, weil du …“ oder „Ich ärgere mich, weil ich … bräuchte...“: Hinter diesen beiden Sätzen stecken zwei Welten. In der einen muss ich gegen andere kämpfen und habe das Gefühl, zu kurz zu kommen, wenn ich mich nicht wehre. Es ist eine Welt, in der ich mich von anderen abhängig sehe, in der es vom Verhalten anderer abhängt, wie ich mich fühle.
Ich mache andere für mich verantwortlich und gebe ihnen Macht über mich.

In der bewussten Welt bin ich mir bewusst über die Hintergründe meiner Gefühle. Ich weiß, dass dort, wo alte Wunden nicht geheilt sind, ich mit Gefühlen wie Ärger, Zorn, Depression u.a. reagiere. Ich weiß, dass meine Gefühle direkt meinen tieferliegenden Bedürfnissen entspringen. Ich erkenne, dass ich die Macht habe, mein Leben verantwortlich zu verändern, dass es Wege gibt, zu heilen, solange, bis ich ein erfülltes Leben und inneren und äußeren Frieden finde.
Ich übernehme die Verantwortung für meine Gefühle (und mein Leben. SA)"

 

Zitat Beate Ronnefeldt, Kundalini-Yoga Rundbrief  (1997)